Hitzewallungen bei Krebspatienten

16 01 2012

Auch die moderne Krebsforschung, wie hier am Argonne National Laboratory, hat noch kein Mittel gegen Schweißausbrüche gefunden.

Auch die moderne Krebsforschung, wie hier am Argonne National Laboratory, hat noch kein Mittel gegen Schweißausbrüche gefunden (via ANL als CC BY-SA).

Eine Tumorerkrankung stellt an sich schon eine große Belastung von Körper und Psyche dar. Nicht selten bricht einem angesichts der möglichen Perspektiven der Erkrankung buchstäblich der Schweiß aus allen Poren. Daher ist es wichtig, möglichst schnell nach der Diagnose andere Betroffene, einen Klinikpsychologen oder eine Selbsthilfegruppe zu kontaktieren. Die psychischen Belastungen werden in den Krankenhäusern oft vernachlässigt. Man muss aber sagen, dass heute schon vielfach Bestrebungen da sind, auch dies zu ändern.

Ursachen & Behandlung

Hitzewallungen von Krebspatienten können also psychische Ursachen haben. Sie können aber auch durch hormonelle Schwankungen, den Tumor selbst – insbesondere sind hier hormonabhängige Tumoren zu nennen – und durch die Therapie verursacht werden. Zudem können Immunschwäche und körperliche Strapazen Entzündungen und Fieberschübe auslösen, die als Hitzewallungen sichtbar werden. Kurz danach fröstelt man schon wieder. Als erste Gegenmaßnahme kann man sich mehrere Schichten Bekleidung anziehen, so dass man jederzeit eine Anpassung vornehmen könnte. Die aggressive Chemotherapie und die Bestrahlung schwächen zunehmend den Organismus. Das Immunsystem ist belastet, die Regulationsmechanismen im Körper kommen ins Wanken. Auch die verabreichten Medikamente können erhebliche Nebenwirkungen haben. Hitzewallungen, so unangenehm sie auch sind, sind dabei noch die geringsten Probleme. Ob die Hitzewallungen normal sind oder auf eine Infektion, eine Veränderung im Tumorgeschehen oder eine zu hohe Medikamentengabe hinweisen, sollten Sie im Gespräch mit dem Arzt abklären.

Weitere Faktoren

Besonders häufig sind Patienten betroffen, die eine Antihormontherapie oder Zystostatika gegen ihr Krebsleiden erhalten. Brustkrebs- und Prostatakrebs-Patienten leiden besonders häufig unter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Der auslösende Faktor ist der plötzliche Entzug der Geschlechtshormone. Die Beschwerden erinnern an die Wechseljahre. Je nach Medikament, körperlichem Zustand und Krebsart muss man aber nicht darunter leiden. Dass man in einer belasteten Zeit mehr ruht, versteht sch eigentlich von selbst. Man sollte sicherheitshalber vor einem Arztgespräch abklären, ob es sich jeweils um echte Hitzewallungen oder eventuell einen Fieberschub handelt. Wissen sollte man aber auch, dass regelmäßiger Ausdauersport Hitzewallungen ausgleichend entgegentritt. Fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie leichtes Walking, Yoga, Schwimmen, Gymnastik oder Spaziergänge in Ihr Programm integrieren können. Unbedingt zu beachten ist bei häufigen Schweißausbrüchen die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Es kann zu einer gefährlichen Dehydration oder Austrocknung kommen. Viel klares Wasser oder Mineralwasser zu trinken, ist lebenswichtig. Gegebenenfalls sind Infusionen anzudenken. Von einer Hormonersatztherapie sieht man bei einer Krebserkrankung meistens ab, weil sie kontraproduktiv wirken kann. Heutzutage wissen viele Pfleger und andere Betroffene Hausmittel, die risikoärmer sind. Falls die Beschwerden gravierend sind und nicht nachlassen, ist das Gespräch mit dem behandelnden Onkologen zu suchen.


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