Prof. Dr. Gerd Glaeske fordert anlässlich der Vorstellung des Arzneimittelreports der Barmer GEK eine verpflichtende Generikaquote, die bei 85 bis 90 Prozent liegen sollte. Betrachtet man die derzeitige Anhebung der Quote von 81 auf 85 Prozent, so sei ein Einsparungs-betrag von 400 Mio. Euro erreicht.
Der Verband Pro Generika begrüßt den Vorschlag, da nur durch den Einsatz von Generika Einsparungen zu erzielen seien.
2. Die 20 teuersten Medikamente
Arzneimittel zur Behandlung von Krebs, Rheuma und MS werden als die größten Kostentreiber von den Krankenkassen identifiziert.
Die höchste Steigerungsrate von über 27 Prozent verbuchen die Immunsuppresiva auf
41,8 Mio.€.
Dem gegenüber zeigen Impfstoffe einen Rückgang von 52 Prozent.
Alles in Allem ist ein Anstieg der Ausgaben im Arzneimittelbereich von 6 Prozent zu verzeichnen.
3. Harter Kampf um das Sparpaket
Aus allen Lagern der Politik und der Gewerkschaften hagelt es Kritik am Sparpaket der Bundesregierung. Zähe und harte parlamentarische Verhandlungen sind zu erwarten bis das am Montag beschlossene Sparpaket in Kraft treten kann. Alle Ressorts müssen bis Anfang Juli ihre Detailpläne vorlegen, mit denen der beratende Bundeshaushalt um mehr als 11 Milliarden € entlastet werden kann.
Der Kampf um eine Gesundheitsreform wird aber weitergeführt werden müssen. Die Finanzlage bleibt weiterhin desaströs. Alle neuen Ansätze zu einer Lösung sind bisher an der CSU gescheitert.
Auch private Krankenkassen sollen einsparen. Die Union betont, dass, um die PKV überlebensfähig zu halten auch hier „Spielräume“ zur Kostendämpfung notwendig seien.
Die anwachsenden Ausgaben der PKV belasteten Pensionäre und Beamte mit niedrigen Einkommen. Diese würden durch steigende Beitragszahlen überfordert.
Man befürchtet, dass die durch das Arzneimittel - Sparpaket belastete Pharmaindustrie die Gewinneinbußen durch Preissteigerungen in der PKV auszugleichen versuchen.
Zum Ausgleich fordert die PKV vom Gesundheitsministerium, in den Genuss der von Rösler angekündigten Arzneirabatte zu kommen
2. 5,22 Milliarden € für Forschung !-
Ist die Forschung in Gefahr?
Bei einem auf 16 Prozent erhöhten Rabatt sind die Rahmenbedingungen für Forschung der Pharmaindustrie nicht mehr gegeben. Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller, VFA, betrachtet die neuen Rabatte als „Strafsteuer“ auf Innovationen. Was als Vertragswettbewerb geplant war, wird nun verhindert und schadet obendrein dem Investitionsstandort Deutschland
3. Das Kabinett beschließt das „Röslersche Sparpaket“
Das von Bundesgesundheitsminister vorgelegte Arzneimittel-Sparpaket wurde heute am
28.April 2010vom Bundes-Kabinett abgesegnet.
Bis zum 1 .August 2010 wird nun kurzfristig der Herstellerabschlag für Arzneimittel ohne Festbetrag von 6 auf 16 Prozent erhöht. Generika seien ausgenommen. Ferner wurde ein Preisstop rückwirkend zum 1.August 2009 vereinbart. Diese Maßnahme gilt bis Ende 2013.
Medikamentenpreise müssen künftig zwischen Herstellern und Krankenkassen direkt verhandelt werden. Daten neuer Medikamente sollen frühzeitig an das IQWIG (Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) geliefert werden. Wird hier kein Zusatznutzen erkannt, fallen die neuen Arzneimittel direkt unter das Festbetragssystem.
Bei Rabattverträgen soll eine Mehrkostenregelung gelten. Gegen Aufzahlung kann der Versicherte ein gewünschtes Präparat statt des Rabattmedikamentes erhalten.
Um die Schuldenbremse wirken zu lassen muss gespart werden.
Vor allem im Gesundheitswesen sieht Minister Schäuble hier die machbaren Möglichkeiten.
Nach seinen Worten soll mit der Konsolidierung im Jahr 2011 begonnen werden.
Er betont, dass dies nicht einfach nur ein Gesetz sei, sondern eine verfassungsrechtliche Vorgabe. “Es gibt keine Interpretationsspielräume“.
Der Etat für 2011 wird ab Mitte Mai mit der ministeriellen Vorgabe erarbeitet, das Bundesdefizit jedes Jahr um 10 Milliarden € zu senken.
Für den laufenden Etat wurde mit der Neuverschuldung auf
80,2 Milliarden € ein Höchststand erreicht. Lt. einer Studie bereitet die Staatsverschuldung den Bürgern mehr Sorge als der Verlust des Arbeitsplatzes.
In Deutschland beträgt die Gesamtverschuldung zur Zeit mehr als 1000 Milliarden €.
2. Regionale Bedarfsplanung
Die regionale Bedarfsplanung der Ärzte soll sich verändern. Nicht mehr die Landesgrenzen sollen ausschlaggebend sein. Dafür soll eine flexible Lösung gefunden werden. Auch die KBV steht für ein System, das sich von starren Verteilungsstrukturen lösen will.
Überlegungen gehen dahin, sich angesichts der demographischen Entwicklung neuen Konzepten zu öffnen. Wenn sich eine feste Praxis nicht mehr rentiere, könne man z.B. auch über eine rollierende Praxis nachdenken. Auf diese Weise soll eine einzelne Praxis unterschiedliche Fachbereiche abdecken.
3. Gesundheit kostet 263 Milliarden €
263,2 Milliarden € wurden in Deutschland 2008 für Gesundheit ausgegeben. Das sind 9,9 Milliarden oder 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Lt. den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes entfielen auf jeden Bundesbürger damit 3.210 €. Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) entsprach dieser Wert 10,5 Prozent. Über die letzten Jahre hinweg sind diese Zahlen nur marginal von 10,3 Prozent im Jahr 2000 bis 2008 gestiegen. Betrachtet man diese Entwicklung, so kann man nicht von einer Explosion der Gesundheitsausgaben sprechen.
57,5 Prozent oder 151,5 Milliarden der Ausgaben entfielen 2008 auf die GKV. Damit stiegen die Ausgaben in diesem Bereich um 4,2 Prozent. Die Ausgaben der PKV erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 1,4 auf 24,9 Milliarden €.
4. Pharmaunternehmen als Stabilitätsanker
Die Arzneimittelhersteller in Deutschland haben in der Wirtschaftskrise auf dem heimischen Markt leicht verloren.
Trotzdem behaupten sie sich als Jobmotor und wichtiger Partner anderer Branchen. Mit einem Umsatzplus in der Eurozone von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr ließ die Branche das Verarbeitende Gewerbe deutlich hinter sich. Im Inland fiel der Gesamtumsatz allerdings leicht um drei Prozent.
Quelle Michael Hüther Leiter der deutschen Wirtschaft in Köln.
Die neuen Rabatte der AOK, der Techniker Krankenkasse (TK) und des BKK-Dienstleisters GWQ Service Plus werden zum 1. April aktiv. Für rund 35 Millionen Versicherte gelten in den Apotheken neue Abgaberegeln.
Für die AOK bedeutet dies bereits die 4. Rabatt-Runde. Insgesamt 80 Wirkstoffe wurden in neue Verträge eingeschlossen, darunter fallen Pantoprazol, Glibenclamid und Fentanyl. Für jeweils ein Gebietslos von 5 erhielt nur ein Unternehmen den Zuschlag. Allerdings wurden für einen Großteil der Gebietslose der Zuschlag komplett nur einem Unternehmen erteilt.
Die erfolgreichsten Bieter mit 73 Fachlosen ist die Gemeinschaft um Ratiopharm. 1A – Pharma gewann 90 und Sandoz 26 Fachlose.
Allein die AOK will mit ihren Verträgen 520 Millionen im Jahr 2010 einsparen. Mit den vorliegenden Verträgen deckt die AOK jetzt den gesamten Generika - Markt ab. Die nächste Tranche ist für den Oktober vorgesehen.
Auch die TK betritt die Rabattbühne. Hier zählen ebenfalls 1A-Pharma/Sandoz mit 20 und die Sanofi-Tochter Winthrop (zusammen mit der Konzernmutter), mit ebenfalls 20 Wirkstoff – Zuschlägen, zu den Gewinnern.
Bei der TK werden Zuschläge für jeden Wirkstoff bundesweit vergeben, nachdem bereits eine große Ausschreibung im Januar durchgeführt wurde.
Die BKK GWQ, ein Zusammenschluss mehrerer BKK – Versicherungen, vergab ebenfalls Fachlose. Top-Gewinner ist auch hier 1A-Pharma/ Sandoz mit 17 von 48 Zuschlägen.Die Bietergemeinschaft Ratiopharm, ct-Arzneimittel und AbZ-Pharma erreichten 7 Wirkstoffe. 36 Krankenkassen hatten sich für die Ausschreibung für 4 Millionen Versicherte dieser Gemeinschaft zusammengeschlossen.
Der Gesundheitsminister Bayerns hat zur Finanzierung des Gesundheitssystems einen eigenen Vorschlag erarbeitet, der ohne Kopfpauschale auskommen soll. Neben den Beiträgen, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen tragen sollen, sollen die Beschäftigten einen prozentualen Zusatzbeitrag aufbringen, der von diesen allein zu tragen sei. Durch dieses System seien 90 % der GKV – Ausgaben abgedeckt; die restlichen 10% sollten die Kassenmitglieder allein bezahlen. Diesen Betrag könnten die jeweiligen Krankenkassen selbst bestimmen.
Eine Beitragskomponente unabhängig vom Einkommen ist in diesem Vorschlag nicht enthalten.
Die Preise für Arzneimittel sollen weitaus stärker gesenkt werden, als bisher geplant. Die bisherigen Vorschläge Röslers wurden von den Gesundheitsexperten der Parteien als unzureichend angesehen. Das Preismonopol der Pharmaindustrie solle gebrochen werden. Als Sofortmaßnahmen werden vorgeschlagen:
Während der Preisstopp soll so schnell wie möglich eingeführt werden soll, soll der Zwangsrabatt erst Anfang 2011 eingeführt werden, dann aber von 6 % auf 16 % angehoben werden.
Knapp 200.000 gesetzlich Versicherte sollen lt. Zeitungsberichten wegen der Zusatzbeiträge ihre Krankenkassen gewechselt haben.
Das Bundesversicherungsamt meldet, dass bisher 13 Kassen Anträge auf Zusatzbeiträge gestellt hätten. Wenn Kassen mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen, könnten Zusatzbeiträge bis 8.- € erhoben werden. Nach Meinung der Experten werden bis 2011 alle gesetzlichen Kassen Zusatzbeiträge einfordern.
Bisher konnten Arzneimittelhersteller die Preise für ihre Medikamente frei bestimmen. Dies soll nun anders werden. Zukünftig soll jeder Hersteller für seine Innovation zur Markteinführung „möglichst zeitnah“ eine Nutzenbewertung vorlegen. Daraus resultierend sollen Hersteller und der GKV – Spitzenverband die Anwendungsvoraussetzung und den Erstattungsbetrag festsetzen. Die Strukturen sollen so verändert werden, dass die GKV für neue Arzneimittel nur noch dann zahlt, wenn sie einen tatsächlichen Nutzen für den Patienten feststellt.
Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob es bereits ein Konkurrenzprodukt dazu gibt oder nicht. Wird keine Vereinbarung getroffen, übernimmt das IQWIG, im Auftrag des GBA die das Medikament betreffende Kosten – Nutzen – Bewertung.
Diese Regelung soll bis Ende des Jahres als Gesetz vorliegen und ein Einsparvolumen von bis zu zwei Milliarden erbringen.
Der Überschuss der GKV beläuft sich für 2009 auf 1,1 Mrd. €. Den Ausgaben von 170,8 Mrd. stehen Einnahmen von 171,9 Mrd. € gegenüber. Den größten Gewinn verbuchte die AOK mit 771 Millionen €, gefolgt von der Innungskrankenkasse mit 224 Mill. €. Die BKK verbuchte einen Gewinn von 190 Mill.€. Verlierer sind die Ersatzkassen mit einem Defizit von 157 Mill.€. Obwohl die GKV - Kassen Gewinne verzeichneten verbuchte der Gesundheitsfonds einen Verlust von 2,5 Mrd.€, da dieser den Kassen die geplanten Zuweisungen auszahlen musste, obwohl er durch die Krise Mindereinnahmen verzeichnete.
Kurzfristige Einsparungen bei Arzneimitteln sollen die Ausgaben bremsen. Das erwartete Defizit von 8 Mrd.€ in der GKV soll durch Einsparungen speziell bei Arzneimitteln gemindert werden. Jens Spahn betonte, es brauche einen Spar-Beitrag der Pharmaindustrie in Form eines Pharma – Soli „Deswegen werden wir die Preise gesetzlich um 10 Prozent kürzen“.
Prof. Dr. Gerd Glaeske fordert anlässlich der Vorstellung des Arzneimittelreports der Barmer GEK eine verpflichtende Generikaquote, die bei 85 bis 90 Prozent liegen sollte. Betrachtet man die derzeitige Anhebung der Quote von 81...
Auch private Krankenkassen sollen einsparen. Die Union betont, dass, um die PKV überlebensfähig zu halten auch hier „Spielräume“ zur Kostendämpfung notwendig seien.Die anwachsenden Ausgaben der PKV belasteten Pensionäre und...
Um die Schuldenbremse wirken zu lassen muss gespart werden.Vor allem im Gesundheitswesen sieht Minister Schäuble hier die machbaren Möglichkeiten.
Nach seinen Worten soll mit der Konsolidierung im Jahr 2011 begonnen werden.
Er...