22. Februar 2010
1. Forschende Arzneimittelhersteller : "Wir setzen auf Direktverträge"

 

Direktverträge zwischen Herstellern und Kassen für alle patentgeschützten Arzneimittel sollen einer Neuordnung im Arzneimittelbereich dienen. Dr.Wolfgang Plischke, Vorsitzender der VFA: 

Wenn durch Direktverträge für ein Medikament binnen 2 Jahren mindestens 50 % des Marktes abgedeckt werden, entfällt die Kosten-Nutzen-Bewertung. 

Dies soll für alle patentgeschützten Medikamente gelten. Hier seien die Verbesserung der Versorgungsqualität und der Behandlungserfolg oberstes Ziel. Dadurch seien ein qualitätsgesicherter Einsatz von innovativen Arzneimitteln und deshalb eine Effizienzsteigerung möglich.

„Hier werden unterschiedliche Vertragsformen zum Einsatz kommen: z. B. Vereinbarungen zur Durchführung von Versorgungsforschung oder Cost- bzw. Risk-Sharing."

Der VFA- Chef: der Weg heißt für diejenigen, die nicht (ver)handeln, Kosten-Nutzen-Bewertung: "Wer nicht handelt, muss sich der Kosten-Nutzen-Bewertung mit Festsetzung eines Höchstbetrages stellen“.

"Verlässliche Rahmenbedingungen müssen jetzt Verträge befördern. Für uns ist die volle Anwendbarkeit des Kartell- und Wettbewerbsrechts auch für die Krankenkassen Voraussetzung. Aber auch Ärzte und Kassen brauchen Anreize. Deshalb schlagen wir vor, dass Ärzte von der Wirtschaftlichkeitsprüfung befreit werden, wenn sie vertragsgebundene Medikamente verschreiben. Krankenkassen soll die Erstattung einer vertragsgeregelten Innovation im Zuge des Risikostrukturausgleichs ausgeglichen werden."

2. Einsparpotential bei innovativen Arzneimitteln

„In Deutschland sind die Preise von innovativen Medikamenten besonders hoch. Hier wollen wir ran“ betont der Gesundheitsminister Rösler. Gleichzeitig unterstreicht er den Anspruch der Versicherten auf Zugang zu neuentwickelten Arzneimitteln. Innovative Arzneimittel müssten „bezahlbar bleiben“, um sie den  GKV – Patienten auch zukünftig zur Verfügung stellen zu können.

„Auch die Pharmaindustrie muss ihren Beitrag leisten. Niemand hat einen Freibrief, wenn es um die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung geht. Ich werde in den nächsten Wochen ein Konzept mit Maßnahmen zur Arzneimittelpreisbildung vorlegen. Dabei werden sowohl Vertragsverhandlungen zwischen Krankenkassen und pharmazeutischen Herstellern als auch die Kosten-Nutzen-Bewertung eine wichtige Rolle spielen.“

3. Immer mehr Privatversicherte beklagen steigende Beiträge

Zehn Prozent mehr Beschwerden über steigende Prämienerhöhungen sind bei den privaten Krankenkassen im Jahre 2009 eingegangen. Zu Beginn dieses Jahres erhöhten mehrere Privatkassen die Beträge erneut, teilweise um 20 bis 30 Prozent. Das Berliner IGES-Institut hat in einer bislang noch unveröffentlichten Studie festgestellt, dass die private Krankenversicherung (PKV) keinen besseren Schutz gegen Beitragssteigerungen bietet als die gesetzliche Krankenversicherung. Zwischen 1997 und 2008 seien die Ausgaben für Privatversicherte um 49 Prozent gestiegen, berichtete die Ärzte-Zeitung unter Bezugnahme auf die Studie. Bei den gesetzlich Versicherten lag das Plus bei 31 Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium habe die Studie zurückgehalten, weil die Ergebnisse nicht zur PKV-freundlichen Linie der Koalition passten, schrieb die Zeitung weiter. 

 

 
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News-Archiv
05. September 2010

Pharmaherstellern, die im Vorfeld der neuen Rabatte ihre Preise erhöht haben, drohen deftige Strafzahlungen.Für diesen Fall plant Minister Rösler entsprechende Sonderabgaben. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ)...

09. Juni 2010

Prof. Dr. Gerd Glaeske fordert anlässlich der Vorstellung des Arzneimittelreports der Barmer GEK eine verpflichtende Generikaquote, die bei 85 bis 90 Prozent liegen sollte. Betrachtet man die derzeitige Anhebung der Quote von 81...

28. April 2010

Auch private Krankenkassen sollen einsparen. Die Union betont, dass, um die PKV überlebensfähig zu halten auch hier „Spielräume“ zur Kostendämpfung notwendig seien.Die anwachsenden Ausgaben der PKV belasteten Pensionäre und...