Was Mediziner so tragen

21 12 2011

"Götter in Weiß" nennt man sie im Volksmund – und Weiß ist bis heute die klassische Farbe der Berufsbekleidung in der Medizin. Vermutlich wird sich das auch nicht ändern. Die Frage ist aber, wo der entsprechende Mediziner oder Pfleger arbeitet. Auch die Klinikmode unterliegt dem Wandel.

Moderne Anpassungen in Bekleidungsfragen

Im Operationssaal ist Weiß aus nahe liegenden Gründen wenig sinnvoll, wird aber dennoch gelegentlich eingesetzt. Hier war bisher das Grün dominierend. Inzwischen findet man auch OP-Bekleidung in Weinrot oder Blau. Wichtig ist, dass die Farbe der OP-Bekleidung beruhigt und einheitlich gewählt wird, damit man sich auf das konzentrieren kann, was anliegt. Je nach Einrichtung und Tätigkeitsfeld darf das Pflegepersonal im medizinischen Bereich heutzutage bunter gekleidet sein. Ein pastellfarbenes T-Shirt unter dem weißen Arztkittel ist für eine Praxishelferin oder Pflegerin genauso normal wie ein Kittel, der pastellfarbene Passen oder Taschenaufschläge hat. Kinderärzte dürfen heute auch im Klinikbereich einen weißen Kittel tragen, der an den Taschen bunte Figuren aufweist. Entspannte Patienten haben weniger Angst.

Medizinische Standards und Hygieneregeln

Jede Klinik und jede Arztpraxis setzt bei der vorgeschriebenen Berufsbekleidung in der Medizin einen eigenen Standard. Wo das reine Weiß immer noch erwünscht ist, hat man aber heute trotzdem die Möglichkeit, modischer aufzutreten. Die Medizinerbekleidung ist heute variabler im Schnitt und man erlaubt sich als Praxishilfe schon einmal ein weißes Kapuzenshirt. Junge Allgemeinärzte sind heute nicht mehr so zugeknöpft wie einst. Sie gehen häufiger als früher mit wehenden Kittelschößen an ihren Arbeitsalltag. Der klassische Arztkittel kann in kurzen, mittellangen oder langen Varianten bestellt werden. Er kann einen Stehkragen oder einen Reverskragen haben, je nachdem ob es ein Visitenmantel, ein Labor- oder normaler Arztkittel ist. Dabei entscheidet der hygienische Standard darüber, was man trägt. Eine medizinische Masseuse oder Physiotherapeutin hat andere Hygienestandards zu beachten als der Arzt auf der Chirurgie oder die Oberschwester, die den Verband wechseln wird. Die Bekleidung der Ärzte muss steril und pflegeleicht sein. Bestimmte Bekleidungsstücke müssen kochfest sein, vor allem im Klinikbereich.

Bequemere Berufsbekleidung in der Medizin

Unter dem Kittel darf man in der Praxis des Allgemein- oder Kinderarztes durchaus seine normale Hose und einen Pullover tragen. Im Klinikbereich ist dies aber meistens nicht erlaubt, weil es jederzeit zu einem medizinischen Notfall kommen kann. Dann kann man sich nicht erst umziehen. Auf der chirurgischen Station werden also alle Ärzte und Pfleger in vorschriftsmäßigem Weiß gekleidet sein. Die Berufsbekleidung der Mediziner ist heute allerdings bequemer und pflegeleichter als ehedem. Für Hosen werden zum Teil Stretchmaterialien und bequeme Gummizüge verwendet. Auch eine weiße Jeans oder Cargohose geht problemlos, es sei denn, die Vorschriften schreiben andere Bekleidung vor. Neben Baumwolle kommen heutzutage auch pflegeleichte Mischgewebe zum Einsatz. Auch bei den Schuhen gibt es heute mehr Auswahl als früher. Man findet weiße Slipper oder Schnürschuhe, Gummiclogs oder Gesundheitsschuhe, die zum Teil eine antistatische und autoklavierbare Ausrüstung haben müssen. Ob die Knopfleiste eines Arztkittels abgedeckt ist, fest angenähte Knöpfe oder Druckknöpfe hat, ist ein unwesentliches Detail.


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